Das Glockenläuten ist Teil einer Klanglandschaft, die unseren Alltag prägt, immer wiederkehrend, geben sie dem Tag, der Zeit, dem Leben eine zuverlässige Rhythmik.
Der Klang der Glocken hat spezifische Wirkungen auf die Umwelt, er steht immer in einem Wechselverhältnis von Klingenden und Hörenden. Damit stellt der wahrgenommene Klang eine gemeinsame Wirklichkeit des Wahrnehmenden und des Wahrgenommenen dar und der Klangraum wird zum Identitätsraum.
Das Glockengeläut sendet Codes und Zeichen und ist damit eine Form der Kommunikation: Die Sprache der Glocken spiegelt ein ganzes Symbolsystem wider. Es zeigt sich, dass Klänge soziale Ordnungen, Macht und Traditionen reflektieren und dass sie mit kulturellen Werten aufgeladen sind.
In dem Performance „Läuten“ wird mittels einer Audio-Installation der Klangraum einer Glocke nachgestellt und nach unmittelbaren Wirkungen auf den Körper geforscht.
Umgesetzt wird das mit dem IKO, einem Lautsprechersystem, das auf der 3D Audiotechnologie Higher Order Ambisonics (HOA) aufbaut.
Wenn auditive Wahrnehmung nicht nur ein physikalischer Akt ist, sondern das Hören auch immer kulturell und sozial determiniert ist, was passierte bei den Hörenden früher und welche Effekte hat dies heute?
Produziert die Kirchenglocke immer noch einen identitätsstiftenden Laut, der die Menschen anzieht und sie in einem sozialen Sinne vereint?
Während der Vorstellung hat das Publikum die Möglichkeit, sich über verbalisierte Klangerinnerungen durch die Performerinnen und der Audioinstallation nach der Wirkung dieser Töne auf den eigenen Körper zu forschen.



Konzept/Regie: Daniela Aue
Komposition: Stefan Kammerer
Darstellende: Lukas Aue und Bethany Edwards
Stimme: Sophie Weikert
Vielen Dank an Ralf Baumgartner von sonible, Graz, für den IKO und Paul Wolff für die Einweisung und Hilfestellung.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Pfarrer Oliver Englert für die freundliche Unterstützung unseres Projekts.
Herzlichen Dank auch an Frau Kandert und Herrn Hochapfel, die uns während der Proben und der Vorstellungen betreut haben.
Wir danken Herrn Herbert Reber, Dekan i.R., dass er sein umfassendes Wissen über Glocken allgemein und speziell über die Glocken der St. Gumbertus Kirche mit uns geteilt hat.
